AndersWelten.
Grenzgängerische Bilder von Antonia Wöhrer und Johnny Fortmüller

Eine Kooperation von culture unlimited und Galerie Blaues Atelier

Eröffnung mit Stadträtin Mag. Dr.in Martina Schröck
am: Mi, 3. November 2010, 18:00 Uhr
Ausstellungsort: Galerie Zwischenbilder - Sozialamt Graz, 8010 Graz, Schmiedgasse 26/I
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 09:00 - 17:00 Uhr
verlängert bis: 28. Februar 2011

Unser Leben im scheinbar abgesicherten Alltag ist oft nur ein Gang über dünnes Eis. Wie gehen wir um mit dem Unvorhergesehenen, dem Unnormalen, wie meistern wir die Konfrontation mit Alter, Tod, Verschwinden oder auch dem drohenden Verlust der eigenen Identität? In dieser Ausstellung wagen Antonia Wöhrer und Johnny Fortmüller die Perspektive jenseits der Routine des Geläufigen, einmal von der Außen- und einmal von der Innenwelt her zu betrachten. Mit Herz und Mut zum Ausloten von Grenzgefilden, aber auch mit viel Witz und Poesie.

"Namaste Rose", so nannte Antonia Wöhrer ihre 2008 entstandene Porträtgruppe, die im Zuge ihrer Arbeit mit SeniorInnen in einem Pflegeheim für alte Menschen im südsteirischen Allerheiligen entstand. Mit tiefer Empathie trat sie dabei den ihrer Obhut anvertrauten Menschen entgegen, bewegt vom Schicksal derjenigen, die nach einem gelebten Leben an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Ihre außergewöhnlichen Porträts handeln von Verfall, Schwäche, Krankheit und Tod, aber auch vom Rückblick darauf, was das Leben war und was es an Reichtum schenkte.

Das Wort Namaste stammt aus dem Sprachschatz der Hindus und heißt soviel wie Verbeugung. Es ist in Indien eine allgegenwärtige Grußformel und Grußgeste, in der zum Ausdruck gebracht wird: Ich verbeuge mich vor dir. Worin Ehrerbietung, Achtung und Respekt gegenüber anderen Menschen oder aber gegenüber dem Göttlichen in einem Heiligtum gezollt wird.
"Namaste Rose ist somit eine gelungene Hommage an eine Randgruppe, die uns heute vorspiegelt, was wir unter Umständen morgen zu erwarten haben." (Florinda Ke Sophie)

Im Kontrast dazu beschreibt Johnny Fortmüller seine doppelgesichtigen, in bizarren Verrenkungen versteiften Figuren als visuelle Manifestation und zugleich Bannung seiner inneren Welten. Der gelernte Möbeltischler, der ein überaus vielfältiges Spektrum an Techniken mit verblüffender Akribie und Perfektion beherrscht, fand zur Kunst, weil die ihm Notwendigkeit und Überlebensmittel wurde.
Mit dem Wissen, dass das Tragische oft am besten im Komischen aufgehoben ist, schuf er seinen persönlichen Mikrokosmos, bevölkert von einer Vielzahl an Wesen, die ein Spiegelkabinett der menschlichen Befindlichkeiten verkörpern. Sie sind despotische Götter, Dämonen – und zugleich Karikaturen ihrer selbst indem sie ihre durchaus menschlichen Leidenschaften in einer maßlosen Übertreibung fortsetzten.

Sie verfügen über Denkfortsätze, die sich zuweilen subversiv unter Mützen tarnen, über Lebenssensoren, die sich in den großen Zehen verbergen und über weitere erstaunliche Gliedmaßen mehr. In Fortmüllers komplexer Ikonographie kontrastiert die "permanente Jagd, neue aufkommende Wünsche zu befriedigen" mit dem "Unvermögen und Dilemma, diese Werte beständig zu halten".

Neben seinen technisch meisterhaft konstruierten Monumentalskulpturen und zahlreichen expressionistischen Ölgemälden schuf Fortmüller auch ein umfangreiches Oeuvre an Zeichnungen, das hier im Rahmen dieser Ausstellung im Vordergrund steht und damit seine entsprechende Würdigung erfahren soll.



 
 
• Gestaltung von Ausstellungsräumlichkeiten
• Ganzjähriger Ausstellungsbetrieb
• Soziokulturelle Themen
• Virtuelle Galerie
• Ort: Sozialamt der Stadt Graz, Schmiedgasse 26/I, 8010 Graz